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Das Heilige und das Opfer: Zur Soziologie religiöser by Thomas Vollmer

By Thomas Vollmer

Die Frage nach dem Zusammenhang von faith und Gewalt ist in der postsäkularen Welt wieder aktuell. Die Terroranschläge vom eleven. September 2001 sind nur die spektakulärsten in einer Reihe von Geschehnissen, die mit faith in Verbindung stehen. In den vergangenen Jahren ist religiös legitimierte Gewalt von Angehörigen aller Weltreligionen, von bekennenden Juden, Christen und Muslimen ebenso wie von gläubigen Hindus und Buddhisten, ausgeübt worden. Um den Ausbruch „heiliger Gewalt“ verstehen zu können, wird im Anschluss an die Religionstheorie René Girards das Sakralopfer zur Schlüsselkategorie einer soziologischen Re-Lektüre der Weltreligionen. Dabei stellt Thomas Vollmer nicht nur die abrahamitischen Religionen, sondern erstmalig auch die fernöstlichen Glaubensrichtungen in einen vergleichenden „sakrifiziellen“ Kontext.

Das Buch wendet sich an Dozierende und Studierende der Soziologie, der Politik- und Religionswissenschaften sowie an die interessierte Öffentlichkeit.

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Robert K. Merton: Soziologische Theorie und soziale Struktur, hrsg. und eingeleitet von Volker Meja und Nico Stehr, New York 1995, S. 49. Dies ist die entscheidende theoretische Innovation der Soziologie Robert K. “ Siehe Merton: Soziologische Theorie und soziale Struktur, a. a. , S. 61. 113 Auf den ersten Blick erscheint dieses Handlungsmuster ebenso extrem wie irrational. Wenn schon eine Person in Reaktion auf Gewalt hingerichtet werden muss, warum dann nicht gleich der Urheber der Gewalt, also der Täter?

83 Gewalt kommt zwar immer noch vor, aber sie kann vom Recht abgefragt werden, ob sie auch erlaubt war. Damit staatliche Gewalt als legitime Gewalt erscheinen kann, die beauftragt ist, notfalls gewaltsam Gewalt zu verhindern, hat die Moderne zahlreiche Mythen erzählt. Der bekannteste Mythos ist zweifelsohne die Geschichte vom Sicherheit spendenden und Freiheit fressenden Leviathan. 84 Dort nun, wo allgemeinverbindliches Recht nicht durchgesetzt werden kann, ist der Bereich der Gewaltprävention in erster Linie der religiöse Bereich: „Die Übel, die die Gewalt in diesen Gesellschaften auslösen kann, sind so groß und die Heilmittel so schwach, dass der Akzent auf die Vorbeugung zu liegen kommt.

Andererseits eröffnet sich ebenfalls die Möglichkeit, die Gewalt auf harmlosere Ersatzobjekte zu richten und dadurch für die Gemeinschaft immerhin unschädlich zu machen. Dies ist die zentrale Funktion des Opfers in Gesellschaften ohne Gewaltmonopol, nämlich die Kompensierung sozialschädlicher Gewalt, indem die Gewalt auf ein Opfer verschoben wird, das die Gewalt stellvertretend auf sich zieht. „Das Opfer tritt nicht an die Stelle dieses oder jenes besonders bedrohten Individuums, es wird nicht diesem oder jenem besonders blutrünstigen Individuum geopfert, sondern es tritt an die Stelle aller Mitglieder einer Gesellschaft und wird zugleich allen Mitgliedern der Gesellschaft von allen ihren Mitgliedern dargebracht.

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