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Als er noch in der Chaise fuhr...: Aufzeichnungen eines by AUGUSTIN

By AUGUSTIN

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So endete des Landjägers Zigeunerschlacht . Als der Pfarrer nach der Frühmette herbeiei lte, war er schon kalt. Säbel und Tschako wurden ihm ins Grab mitgegeben. --49 Das Barbierbecken Strobel hiess er, der Dorfbarbier. Auf dem grossen, ovalen Messingschild- ein Barbierbecken mit zwei Haarschwänzen-welches weit in die Gasse hinaushing, stand: Frisör Strobel. Wenn ich die Rosengasse hinaufoder hinunterging, musste ich es immer sehen. Es glänzte beidseitig. Lief ich unten über den Dorfplatz und schaute zufällig in die Gasse, so sah ich es glänzen.

Langsam stieg ich den Pfad vom Himmelreich hinab. Seitdem fielen keine Steine mehr vom Himmel. 38 Der Landjäger ,.. -. Nächst dem Pfarrer und dem Arzt war der Landjäger ein wichtiger Mann. Im handgreiflich Bösen lag sein Amtsgebiet. Er hatte einen dicken Bauch, an dem ein krummer Säbel hing. Zu seinem mächtigen Oberkörper waren die Beine verhältnismä ssig kurz; doch die schweren Stiefel Iiessen sie länger erscheinen, Auf dem Kopf, der aufeinem wulstigen Nacken sass, trug er den Tschako meist schräg.

Ein dräuendes Gefühl überkam mich jedesmal, wenn Strobel mit dem Messer an meiner Kehle herumkratzte. Aber ich durfte ja nicht mucksen und war froh, wenn das Geschäft abgetan war. Der frühere Frisör war noch ein rechter Bader gewesen, der dem Arzt ins Handwerk pfuschte. Es hatte bei ihm ein Auge zugedrückt werden müssen, denn er war noch im guten alten Recht, und das Volk hielt zu ihm. Er quacksalberte mit Pillen und Salben, setzte Schropfköpfe und Pflaster auf, hob mit dem Geissfuss die Zähne heraus und schlitzte mit dem spitzigen Messerehen die Ader, dass der dunkelrote Bogen heraussprang.

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